TORNAX-Interessengemeinschaft

   

Die Geschichte von TORNAX:

Tornax wurde von dem motorradbegeisterten Uhrmacher Ernst Wewer (1896-1967) aus Barmen / Westfalen 1925 gegründet.

Von 1923 bis 1926 war Ernst Wewer selbst begeisterter und erfolgreicher Sportfahrer und faßte den Plan, dem weltbekannten englischen JAP – Motor ein Fahrgestell zu geben, das den damaligen Kopfsteinpflasterstraßen gewachsen ist.

Als Konstrukteur konnte er Otto Karpe (1895–1965) gewinnen, der ebenfalls in zahlreichen Rennen und Zuverlässigkeitsfahrten schöne Erfolge zu verzeichnen hatte. Davor war Otto Karpe Konstrukteur bei der Firma Ewabra (Ewald Brackelsberg) in Milspe / Westfalen.


Ernst Wewer

Otto Karpe



Am 2.1.1926 begann Tornax mit den Herren Wewer und Schmidtmann als Fa. Wewer & Schmidtmann in Langerfeld die Produktion. Herr Schmidtmann schied jedoch nach kurzer Zeit wieder aus und Ernst Wewer wurde der alleinige Inhaber der Firma.

Der Gründer gab seinem Fabrikat den Namen „TORNAX“, eine etwas eigenwillige, aber kraftvoll wohlklingende Abwandlung von Tornado, dem gefürchteten Sturm- und Wirbelwind.

Und unter diesem Namen begann nun in einem kleinen Fabrikraum in Barmen-Langerfeld (heute Wuppertal-Langerfeld) in der Lippestraße 16-18 die Produktion. 1929 wurden die Tornax-Fahrzeuge in der Schwelmer Str. 100-108 in Wuppertal-Langerfeld gefertigt.

Das erste Modell I/26 hatte einen sehr stabilen Rahmen, eine hochwertige „Tiger-Gabel“ aus Köln, außergewöhnlich breite Schutzbleche, als erstes deutsches Motorrad serienmäßig Ballon-Bereifung und einen 600 ccm JAP-Motor mit 16 PS, später 18 PS. Die Bremsen kamen von Pränafa aus Solingen. Die ersten Getriebe kamen von der Firma Burmann, ab 1927 wurden Getriebe der Firma Hermes aus Wuppertal eingebaut.

Bereits Ende April 1926 siegte Wewer bei der Wettfahrt „Rund um Rheinland und Westfalen“ und sicherte sich den Wanderpreis. Durch sportliche Erfolge auf den bekanntesten Rennstrecken in Deutschland wurde die Marke Tornax bekannt und förderte somit den Absatz.

Beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings am 18.06.1927 siegte Hans Theisen aus Ennepetal-Milspe auf Tornax in der 750er Solo-Klasse. Weitere bekannte Rennfahrer auf Tornax in den 20ern waren

  • Emil Hobelmann und Anton Gosse aus Köln, 
  • Herbert Loepthien aus Hamburg,
  • A. Weisel und Willy Erlenbruch aus Elberfeld / Rheinland,
  • Heinz Kürten und Lismonde aus Düsseldorf, 
  • Heinz Mölders aus Essen, 
  • Ernst Nicolei aus Schwelm, 
  • B. Kränzel aus Wien und 

andere bekannte und weniger bekannte Rennfahrer.

Von 1926 bis 1934 wurden JAP Motoren, dann bis 1939 hauptsächlich Ilo-Motoren (Zweitaktmotorenhersteller in Pinneberg bei Hamburg) und Columbus-Einbaumotoren aus Bad Homburg eingebaut.

Von 1934-1936 wurde der Tornax-Rex-Sportwagen gebaut und mit einem 700 ccm leistungsgesteigerten DKW-Motor ausgestattet. Das Fahrwerk kam von Tornax und die Karosserie wurde von der Karosserie-Firma Hebmüller in Wülfrath hergestellt. 

Eine ausführliche Typenchronologie ist im Bereich Fahrzeuge abgebildet.

Ab 1942 durfte das Tornax-Werk keine Motorräder mehr bauen, sondern mußte Abwurftrommeln für die Rommel-Armee in Afrika herstellen. Am 13. März 1945 wurde das Tornax-Werk durch Fliegerbomben stark beschädigt. Nach Kriegsende wurde das Werk unter Mithilfe der Belegschaft wieder aufgebaut.

Alle Modelle der Nachkriegszeit wurden mit ILO-Motoren ausgerüstet. Los ging die Produktion mit der K 125. Danach kam die T 175 (Dreigang) und die V 175 (Viergang). Es folgten die E 250 (Einzylinder) und die Z 250 (Zweizylinder). Das letzte Modell 1954 war die S 250 ("Schwarze Josefine"), der erste Vollschwingenachser und noch vor BMW!!! Auch für die Nachkriegsmodelle ist eine ausführliche Typenchronologie im Bereich Fahrzeuge abgebildet.

Ende 1954 stellte Ernst Wewer die Motorradproduktion ein, denn es wurden nur noch wenige Motorräder gekauft. Durch das Kleinwagen-Angebot von BMW-Isetta, Heinkel-Kabine, Lloyd aus Bremen, Messerschmitt-Kabinenroller usw. konnte man auch bei schlechtem Wetter trocken sein Ziel erreichen und diese Kleinwagen waren meistens nicht viel teurer wie ein schweres Motorrad.